Schützenverein Lindern

Chronik

120 Jahre Vereinsgeschichte — von der Gründung 1905 bis heute.

Am 24. Mai 1905 wurde der Schützenverein der Gemeinde Lindern gegründet. Was mit fünfundvierzig Männern in der Gaststätte Berssenbrügge begann, hat den Verein durch zwei Weltkriege, den Wiederaufbau und mehr als ein Dutzend Umbauten der Schützenhalle getragen. Diese Chronik folgt den Spuren — Jahr für Jahr, manchmal Jahrzehnt für Jahrzehnt.

1905

Als Termin der Gründungsversammlung ist den alten Unterlagen der 24. Mai 1905 zu entnehmen.

Schützenfest
Handschriftliches Gründungsprotokoll vom 24. Mai 1905

Diese erste Versammlung, zu der fünfundvierzig Männer eintrafen, fand in der Gaststätte Jos. Berssenbrügge statt, welches dann für ungefähr fünfzig Jahre Stammlokal des Vereins war.

Schützenfest
Gründungslokal Gaststätte Jos. Berssenbrügge

Auf der Gründungsversammlung im Mai 1905 wurden folgende Personen in den Vorstand gewählt: Anton Dröge (Erster Vorsitzender) Heinrich Schewe (Schriftführer) und Anton Framme (Kassierer). Die Hauptaufgabe des Gremiums war die Vorbereitung des ersten Schützenfestes im Jahre 1906. Als Platz für dieses Fest wurde ein Waldgrundstück am Ausgang des Dorfes in Richtung Auen ausgewählt, welches der Verein später von H. Bollen pachtete. Da dieses Grundstück sehr uneben verlief, war eine Vielzahl von Arbeitsstunden nötig, um das Grundstück für das erste Schützenfest in Lindern fertig zu stellen. Den Männern dieser ersten Stunden gebührt noch immer unser aller Dank, da wir noch heute auf diesem Gelände unser Schützenfest feiern. Als Termin für das erste Linderner Schützenfest wurde der zweite Pfingsttag des Jahres 1906 festgelegt. Zum ersten Marsch des Linderner Schützenvereins waren 126 Schützenbrüder unter der Führung der Offiziere Anton Rode, Theodor von Grönheim und Hermann Rode angetreten. Das erste Königschießen entschied dann Bernhard Robben für sich und wurde erster Schützenkönig des Schützenvereins der Gemeinde Lindern. Zur ersten Königin wählte er Anette Eilers. Nach dem Fest wurde dann weiter an der Ausgestaltung des Schützenplatzes gearbeitet. Unter anderem wurde ein erster provisorischer Schießstand erbaut und das Grundstück weiter begradigt.

Schützenfest
Protokoll der Schützenversammlung aus dem Jahre 1924 (verfasst von August Fasel)

Das Gründungsprotokoll im Vereinsarchiv

1910

Aus dem Jahr 1910 stammt der älteste erhaltene Kassenabschluss des Vereins — handgeschrieben mit Feder und Tinte. Die Einnahmenseite zeigt, wie das junge Schützenfest aussah: Tanzkarten, Standgeld für Bäcker, Karussell und Schießbude. Auf der Ausgabenseite: 180 Mark für die Musikkapelle und 50 Mark für „Sr. Majestät d. König".

Das Kassenbuch von 1910 im Vereinsarchiv

1922

Wie ernst der Verein die Kinderbelustigung schon damals nahm, belegt eine erhaltene Rechnung: 541 Mark zahlte er an das Linderner Geschäft J. H. Dröge (Manufaktur-, Kurz- und Kolonialwaren) für „diverse Artikel für Kinderbelustigung". Als Preise erhielten die Kinder Griffel, Halsketten, Kreisel, Flöten, Mundharmonikas und Taschenmesser.

Die Originalrechnung im Vereinsarchiv

1923

Mitten in der Hyperinflation bestellte der Verein bei der Hildesheimer Fahnenfabrik A. Dreyer eine neue seidene Vereinsfahne: Vorderseite grüne Seide mit dem Oldenburger Wappen, Rückseite rot mit Schützenscheibe. Da Geld im Februar 1923 nichts mehr wert war, hält das Bestellformular fest: zahlbar in Lebensmitteln, lieferbar März 1923. Der Kassenabschluss desselben Jahres schließt mit über einer Million Mark — 231 Mitglieder zahlten je 500 Mark Beitrag.

Die Fahnenbestellung von 1923 im Vereinsarchiv Der Millionen-Kassenabschluss im Vereinsarchiv

1924

Tanzen war genehmigungspflichtig: Das Amt Cloppenburg erlaubte dem Schützenverein am 6. Juni 1924 eine „Tanzgesellschaft" für den 9. und 10. Juni — bis zwei Uhr, und unter der Bedingung, dass Jugendlichen unter 18 Jahren der Zutritt „zur Tanzerei" verwehrt bleibt. Die Vergnügungssteuer: 169 Mark.

Die Tanzerlaubnis von 1924 im Vereinsarchiv

1930

Seit 1930 wird auf dem Linderner Schützenfest auch ein Kinderkönig ermittelt. Erster Kinderkönig wurde Josef Lübbers aus der Kompanie Ging. Die Kinderkönigslisten reichen bis in dieses Jahr zurück — nur Fotos ließen sich aus der Zeit von 1930 bis 1957 nicht mehr ermitteln.

1932

Ein Meilenstein in der Geschichte des Vereins war und ist der Erwerb des Schützenplatzes von den Erben des Eigentümers H. Bollen, Angela Wilken und ihrem Mann Anton Blome. Der Kaufpreis belief sich seinerzeit auf eine Summe von 1.200,00 Reichsmark und der Schützenverein der Gemeinde Lindern wurde im Jahre 1932 vor dem Amtsgericht Löningen Eigentümer des von ihm bereits mehrere Jahre genutzten Grundstücks. Als Besonderheit ist hier die Finanzierung des Kaufpreises zu nennen. In Lindern wurden zinslose Gutscheine über zehn und zwanzig Reichsmark mit einer Laufzeit von maximal 10 Jahren ausgegeben. Diese sollten dann Jahr für Jahr auf der Generalversammlung zum Nennwert aus dem Überschuss des Schützenfestes zurückgezahlt werden.

Schützenfest
Gutschein aus dem Jahre 1932

Ebenfalls im Jahr 1932 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen und nannte sich nun “Schützenverein der Gemeinde Lindern e.V.”

Der Gutschein zum Platzkauf im Vereinsarchiv

1935

1935 folgte der Abriss des ersten provisorischen Schießstandes. Eine besondere Tragik erhielt der Abriss der alten Mauerwerke durch den Unfall von Johann Käter. Nachdem er seinen Kindern noch zugerufen hatte, sich schnell von den einstürzenden Mauern zu entfernen, verunglückte er selber tödlich.

Schützenfest
Der erweiterte Vorstand des Schützenvereins um 1930. Stehend, von links: Karl Brinker, Bernd Hukelmann, Gerhard Rode, Gerd Uchtmann, Johannes Rump-Laurenz, Heinrich Hoppmann. Sitzend, von links: Gerhard Wehs (Post Gerd), Heinrich Raters, Gerhard Eilers, Bernhard Imsande, Clemens Wehage und Johannes Meyborg.

1936-1937

In den Jahren 1936 - 1937 folgten dann weitere Arbeiten am Schützenplatz, wie beispielsweise die Anpflanzung von Linden und Birken sowie eine Einfriedung des Platzes mit Maschendraht. Zudem wurde 1937 eine neue Schießhalle gebaut.

1939-1945

Eine Zäsur im Vereinsleben stellte der zweite Weltkrieg dar. Auf dem Schützenplatz wurden nach der Verwilderung in den Jahren 1939 und 1940 Kartoffeln angebaut und gelagert. Während dieser Zeit kam das Vereinsleben des Schützenvereins fast gänzlich zum Erliegen. Kaum war jedoch der zweite Weltkrieg zu Ende, begann ein zähes Ringen um das Eigentum des enteigneten Schützenplatzes.

1947

Nach dem Krieg wurden alle Schießstände, so auch der Linderner, von der britischen Kommandantur beschlagnahmt. Nach Gründung des neuen Bundeslandes Niedersachsen wurden 1947 alle Schießstände des Landes an die neue Landesadministration übergeben. Vorstand und Mitglieder des Schützenvereins fühlten sich jedoch nach wie vor als Eigentümer des Platzes. Eine Eigentumsübertragung war zu jenem Zeitpunkt jedoch aus verschiedensten Gründen nicht möglich. Man konnte jedoch eine Verpachtung des Platzes an den Schützenverein erwirken.

1949

Kurz nach der Pacht des Platzes erfuhr der Schützenplatz bereits eine bedeutende Veränderung. Da der Sportplatz von Schwarz-Weiß Lindern an der Straße nach Liener nicht den Anforderungen eines Sportplatzes genügte und die politische Gemeinde nicht über genügend Mittel verfügte, dem Verein ein neues Domizil zur Verfügung zu stellen, einigte man sich auf eine Nutzung des Schützenplatzes durch den Sportverein der Gemeinde Lindern. Einhergehend mit dem Wiederaufbau Deutschlands wurde auch in Lindern der Schießstand wieder hergerichtet und renoviert. Ferner wurde im Jahr 1949 wieder Schützenfest gefeiert. Bedingt durch Kriegs- und Nachkriegszeit bestieg der Schützenbruder Josef Vaske nach langen zehn Amtsjahren auf dem ersten Schützenfest nach dem zweiten Weltkrieg erneut den Thron. Als erster Nachkriegskönig folgte ihm dann Heinrich Wübben. Bereits damals standen ein Preisschießen und eine Kinderbelustigung auf dem Festprogramm.

1950-1956

Die Bedeutung der Kinderbelustigung lässt sich sehr gut an den zur Verfügung stehenden und gespendeten Geldern darstellen. In den Gründungsjahren gab der Verein 20,00 RM für die Kinderbelustigung aus, dieser Betrag stieg dann auf 25,00 RM. Die 700,00 RM des Jahres 1923 lassen auf den ersten Blick auf ein gewaltiges Wachstum des Zuschusses schließen, werden jedoch durch die Weltwirtschaftskrise und die inflationäre Geldentwertung eindeutig relativiert. Der Verein verzichtete im weiteren Verlauf auf die Zuschüsse und führte in den fünfziger Jahren eine Haussammlung für die Kinderbelustigung durch. Diese ergab 415,00 DM im Jahre 1950 und stieg bis auf 1.278,00 DM bei der letztmalig durchgeführten Sammlung im Jahre 1969 an. Auch heute noch kann sich der Schützenverein seiner Gönner für die Preise des Kinderkönigschießens, der Kinderbelustigung oder der seit 2002 durchgeführten Mini-Playback-Show bewusst sein. 1954, zu Zeiten der Verkoppelung, nutzte der Schützenverein die Gegenwart einer Vielzahl von Baumaschinen in der Gemeinde Lindern. Der Schießstand wurde auf eine Länge von 100 m erweitert und einer Tiefe von 1,20 m ausgehoben. Während dieser Zeit wurde jedoch nie das Ziel des Eigentumserwerbs am Schützenplatz aus den Augen verloren. So beriet im Jahr 1955 der Niedersächsische Landtag über einen Antrag des Schützenvereins, der eine unentgeltliche Rückgabe des Schützenplatzes zum Inhalt hatte. Dieser Antrag wurde negativ beschieden, jedoch erhielt der Schützenverein auf diesen Antrag hin im Jahr 1956 die während des Kriegs enteignete Schützenfahne und die Königskette zurück. Wurde der Antrag auf kostenfreie Übergabe auch abgelehnt, so wurde dem Schützenverein doch die Möglichkeit gegeben, den Platz zum damaligen Einstandspreis von 1.200,00 DM vom Land Niedersachsen zurückzukaufen. Der Kaufvertrag für den Rückkauf wurde dann am 24.05.1956, exakt 51 Jahre nach Gründung des Vereins, beurkundet.

1955

1955 wurde das Jubiläumsschützenfest für 50 Jahre Schützenverein der Gemeinde Lindern gefeiert. Ein Kaiser wurde auf diesem Fest noch nicht ausgeschossen. Jubiläumskönig 1955 wurde Gerhard Börries aus Marren. Jubiläumskinderkönig 1955 durfte sich Ludwig Schrapper, Lienerloh, nennen.

Schützenfest

1959

Eine Steigerung seiner Nutzungsmöglichkeiten erfuhr der Linderner Schießstand dann im Jahre 1959 durch den Bau eines Schützenhauses, welches Kosten in Höhe von 38.000,00 DM verursachte. Die Finanzierung dieser neuen Schützenhalle erfolgte durch die Ausgabe von 500 sogenannter Bausteine á 20,00 DM und durch die Verpachtung des Schützenplatzes an die politische Gemeinde für 25 Jahre. Unter anderem wurde die Halle in den nachfolgenden Jahren auch als Schulraum genutzt.

Schützenfest

Im selben Jahr meldete die Münsterländische Tageszeitung eine Sensation: Johann Janzen, Schützenkönig von 1909, errang die Königswürde fünfzig Jahre später erneut.

„Nach 50 Jahren wieder auf dem Thron" — der Zeitungsbericht im Vereinsarchiv

1963

Das Jahr 1963 brachte eine Besonderheit, wie sie in den folgenden Jahrzehnten nicht wieder geschah. Nachdem das Königschießen auf dem Schießstand beendet war, wurde dem “neuen” König bewusst, was sich gerade zugetragen hatte. Also schnappte er sich sein Rad und suchte das Weite. Der Verein stand trotz Königschießens ohne König da. So trafen sich am darauffolgenden Pfingstmontag drei Schützen aus Garen und ermittelten den König 1963. Die Königswürde errang dann der langjährige Linderner Bürgermeister und heutige Ehrenbürgermeister Gerhard Janzen.

1964

Im Jahre 1964 entschied dann die Generalversammlung einstimmig, dass der Vorstand von 3 auf 5 Personen erweitert werden sollte. Der Vorstand setzte sich ab dann wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender, Stellvertretender Vorsitzender, Kassierer, Schriftführer und Schießwart (später Schießmeister und Oberschießmeister).

„Es war wieder ein prächtiges Schützenfest" — der Zeitungsbericht von 1964 im Vereinsarchiv

1965

Das Jahr 1965 war für den Schützenverein Lindern durch ein weiteres einschneidendes Ereignis geprägt. Die größte Bauernschaft der Gemeinde Lindern, Liener, hatte den Beschluss gefasst, einen eigenen Schützenverein zu gründen. Liener trennte sich vom Schützenverein Lindern und trat der Schützenbruderschaft unter dem Schutzpatron “Klaus von der Flüe” bei. Man besucht bis heute mit einer großen Abordnung auch das Schützenfest in Liener als Zeichen der Kameradschaft. Liener beantwortet diese Geste alljährlich mit einem starken Gegenbesuch. So besteht bis heute zwischen beiden Vereinen eine einträgliche und kooperative Freundschaft.

Ebenfalls 1965 baute man zwei automatische KK-Stände (50 m) und die beiden automatischen 100-m-Anlagen wurden nach Molbergen verkauft. Wenig später erweiterte man diese zwei auf drei Stände. Diese automatischen Stände waren zu dieser Zeit noch sehr teuer. Die Anschaffung der Stände kostete den Verein rund 1.500,00 DM.

1969

1969 konnte der Verein an das Schützenhaus eine komplette Damen- und Herrentoilette anbauen. Gleichzeitig baute die Gemeinde mit Genehmigung des Schützenvereins eine eigene Damen- und Herrentoilette für den Sportbetrieb. Daran beteiligte sich der Schützenverein mit einem Betrag von rund 4.000,00 DM.

1973-1974

Die im Verlauf genannten Baumaßnahmen ließen den Verein immer wieder mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen. Das Jahr 1973/74 bescherte dem Verein dann das erste schuldenfreie Jahr. Es wurde ein erfreuliches Kassenplus von 1.800,00 DM verbucht.

1972

Im Jahre 1972 verließen auch die Bauernschaften Marren, Garen und Garen - Nieholte den Schützenverein Lindern und gründeten den Schützenverein Garen-Marren Garen-Nieholte. Auch dieses Schützenfest besucht der Schützenverein Lindern in jedem Jahr mit einer großen Abordnung. Die Garen-Marrener und Garen-Niehohlter beantworten dieses alljährlich mit einem starken Gegenbesuch. So besteht auch zwischen unseren Vereinen eine einträgliche und kooperative Freundschaft.

1975-1976

Für das Jahr 1975 bestand eine der Hauptaufgaben in der Renovierung des Schützenhauses. Einige der Arbeitsbereiche sollen im folgenden kurz genannt werden: Vertäfelung der Seitenwände und der Decke des Schützenhauses, Belegung des Betonfußbodens mit Platten, Einbau einer kompletten Ölluftheizung, Verbesserung und Aufmauerung des offenen Kamins, Erneuerung der Wasserversorgung, Ersatz der Außenfenster durch Bleiverglasung. Bis 1976 wurde der König durch Scheibenschießen ermittelt. Auf Anregung der Generalversammlung wurde dieses zum Schützenfest 1976 geändert. Der Königsschuss wurde ab sofort auf den Adler abgegeben. Erster “Adlerkönig” wurde Bernhard Thomas. Dementsprechend wurde dem König nach dem Schützenfest keine Scheibe mehr gebracht, sondern ein Adler wurde und wird am Haus des Schützenkönigs angebracht.

Schützenfest
Josef Gardewin mit der letzten Scheibe für das Königschießen

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Bernhard Osterkamp beim Königschießen auf den Adler

1977: Josef Gardewin präsentiert den Adler, „der die Holzfedern lassen muß" — im Vereinsarchiv

1978-1979

Ab 1978 wurden nach Mehrheitsbeschluss der Generalversammlung auch Schützenschwestern in den Schützenverein aufgenommen. Die Generalversammlung 1978 beschloss ebenfalls, dass ein neuer Königswagen gebaut werden solle. Dieser Königswagen nahm und nimmt den gesamten Hofstaat des Königs und den Kinderthron auf. Der neue Königswagen wurde im Festumzug erstmals 1979 mitgeführt und leistet noch heute seine treuen Dienste.

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1980

75 Jahre Schützenverein Lindern, dies galt es im Jahr 1980 zu feiern. Neben dem König (Ludwig Alberding) wurde erstmals ein Kaiser ermittelt. Die Kaiserwürde errang Bernhard Thomas. Die Kinderkönigswürde errang in diesem Jahr Mechthild Benken, die mit Andreas Kathmann den Thron bestieg.

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Schützenhaus im Jahr 1980

Im folgenden der Vorstand des Schützenvereins im Jubiläumsjahr 1980:

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Der erweiterte Vorstand im Jahr 1980

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Vorstand 1980 (v. l.): Ernst Hamberg (Schriftführer), Friedhelm Kallage (2. Vorsitzender), Georg Dierker (Oberst), Josef Gardewin (1. Vorsitzender), Heinz Gerdes (Kassierer) und Alwin Göhrs (Oberschießmeister)

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Vertrauensleute 1980: August Brinker, Helmut Abeln, Gerhard Rump, Alwin Gerdes, Bernhard Moormann, Willy Pleiter, Heinrich Thoben, Heinz Thoben, Bernhard Osterkamp, Theo Schürmann, Aloys Gerding

Schützenfest
Kompanieführer 1980 (v. l.): Peter Bormann (Lindern-Süd), Hermann Rode (Osterlindern - Hegel), Reinhard Knurbein (Garen-Marren), Georg Kollmer (Auen-Holthaus), Leo Ortmann (Ging), Bernhard Drees (Lindern-Nord)

1980er

Die Achtziger Jahre standen insbesondere im Zeichen des Um- und Ausbaus der Schützenhalle und des Vorplatzes. So wurde in den Jahren die Schützenhalle mit einer neuen Heizung ausgestattet. Zudem wurden die alten Fliesen ausgestemmt und der Fußboden mit einem PVC-Belag versehen. Nicht nur der Boden wurde ausgebessert, die Decke der Schützenhalle wurde ebenfalls neu vertäfelt. Draußen wurde der Schützenhallenvorplatz komplett gepflastert. Dadurch erhielt der Platz mehrere Nutzungsmöglichkeiten. In der Hauptsache wird der Platz natürlich Pfingsten für den reibungslosen Verlauf des Schützenfestes genutzt. Daneben wurden jedoch bereits Oldtimertreffen auf dem Schützenplatz durchgeführt. Im Winter kann der Platz zudem geflutet werden und dient dann den Linderner Kindern als Eisbahn.

1985-1987

Dass der Verein auch abseits von Pfingsten feiern kann, bewies er in diesen Jahren gleich zweimal: 1985 richtete er im Saale Plate von Grönheim eine Karnevalsveranstaltung aus — ein voller Erfolg. Und 1987 veranstaltete der Schützenverein ein Seifenkistenrennen, gestartet wurde zwischen dem alten Gemeindebüro und dem Haus von Willy Pleiter.

1992

1992 standen wiederum umfassende Um- und Neubauarbeiten an der Schützenhalle auf dem Plan. Der Luftgewehrstand wurde neu gebaut. Seitdem verfügt der Linderner Schützenverein über 10 Luftgewehrstände, auf denen bereits mehrere große Wettkämpfe auf Vereins-, Kreis- und Bezirksebene stattgefunden haben. Zudem wurden die Sanitäranlagen neu gebaut und der Schützenhallen-Innenraum umgestaltet und renoviert.

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Umbauarbeiten an der Schützenhalle im Jahre 1992

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Helfer während des Umbaus der Schützenhalle im Jahre 1992

Schützenfest
Das neue Schützenhaus nach den Umbauarbeiten

1993

Ein Reihe von Neuerungen brachte das Jahr 1993 mit sich. Die erste Neuordnung betraf den Schützenkönig Gerhard Einhaus. Gerhard Einhaus, der das Amt von Heinz Steenken übernahm, war der erste König des Schützenvereins Lindern, der nur noch einen Tag, am Pfingstdienstag, auf dem Thron Platz nahm. Der Platz auf dem Thron blieb am Pfingstmontag jedoch nicht frei. Um die Jugendlichen der Gemeinde zum Besuch des Schützenfestes zu animieren und so zu einer langfristigen Mitarbeit im Verein zu bewegen, wurde 1993 erstmals ein Prinz unter den Jugendlichen im Alter von 16 - 21 Jahren ausgeschossen. Erster Prinz der Gemeinde Lindern wurde Alexander Möller. Bereits jetzt kann rückblickend gesagt werden, dass das Prinzenschießen seine Wirkung nicht verfehlt hat. Über diesen Weg legten sich viele Jugendliche eine Uniform zu und beteiligen sich seitdem aktiv am Schützenleben und dem Schützenfest.

Weniger fröhlichen Ursprungs war die Abschaffung der Schützenwagen im selben Jahr. Beim Schmücken ihres Festwagens verunglückten in Varbrügge 17 junge Leute am Nachmittag des Pfingstsamstag 1993. Glücklicherweise kam niemand der Jugendlichen bei diesem Unglück zu langfristigen Schäden.

Schützenfest

Aufgrund dieses Unglücks wurde für die nächsten Jahre auf dem Schützenfest nur noch marschiert.

Antreten auf dem neugestalteten Marktplatz — der Zeitungsbericht von 1993 im Vereinsarchiv

1999

Bis zum Jahr 1999 umfasste die Festfolge des Schützenfestes die Tage Pfingstsamstag, -montag und -dienstag. Auf Beschluss der Generalversammlung des vorhergehenden Jahres wurde im Jahr 1999 das Schützenfest erstmalig an den drei aufeinanderfolgenden Pfingsttagen Samstag, Sonntag und Montag gefeiert. Grund für die Verlegung war insbesondere der mäßige Besuch des Schützenfestes am Dienstag Abend. Auch wenn einige Schützenbrüder noch heute dem Wecken am Dienstag Morgen nachtrauern, die Verlegung des Schützenfestes kann als voller Erfolg bezeichnet werden. Seitdem die „Bamberger" auf dem Linderner Schützenfest spielen, werden insbesondere die beiden Festtage Sonntag und Montag hervorragend besucht.

2000

Auch das neue Jahrtausend brachte einige Höhepunkte und Weiterentwicklungen mit sich. So wurde dem Schützenverein der Gemeinde Lindern e.V. im Jahr 2000 die Gemeinnützigkeit zuerkannt. Dies hatte eine Neuschreibung der Satzung und die Verfassung einer Geschäftsordnung zur Folge. Zudem wird seitdem die alljährliche Versammlung der Schützenbrüder und -schwestern nicht mehr Generalversammlung, sondern Mitgliederversammlung genannt. Auf eben dieser Mitgliederversammlung wird seit 2000 für die Schützinnen und Schützen ein Ausgleich für den Wegfall des Weckens geschaffen, Essen und Getränke auf der Versammlung sind frei.

Eine zeitgenössische Rückschau bietet die Sonderbeilage der Münsterländischen Tageszeitung aus dem Jahr 2000.

2001

Im Jahr 2001 wurden drei Schützenbrüder für ihre langjährige Treue und Vorstandsarbeit von der Gemeinde Lindern, in Person des damaligen Gemeindedirektors Rainer Rauch, ausgezeichnet und geehrt. Georg Dierker, Alwin Göhrs und Friedhelm Kallage blickten zu diesem Zeitpunkt auf 30 - 40 Jahre aktive Mitarbeit im Schützenverein der Gemeinde Lindern zurück und hatten und haben sich diese Auszeichnung nach Meinung aller Mitglieder des Vereins redlich verdient.

2002

2002 wurde die Kinderbelustigung umgestaltet. Waren bis zu diesem Zeitpunkt insbesondere sportliche Spiele Inhalt des Kindernachmittags, so einigte man sich jetzt auf die Durchführung einer Mini-Playback-Show, auf der die Kinder und Jugendlichen ihren großen Musik-Idolen nacheifern konnten. Ebenfalls 2002 schaffte der Verein zwei Lasergewehre an — seitdem können alle Kinder ab dem 10. Lebensjahr am Kinderkönigschießen teilnehmen, das zuvor den Schülern des 7. bis 9. Schuljahres vorbehalten war. Zudem nahmen ab diesem Jahr wieder vermehrt Gruppen und Vereine der Gemeinde am Umzug teil, sei es mit einem Festwagen oder als Fußgruppe. Grund dafür war die Aussetzung eines “Potts” für die kreativste Beteiligung und den schönsten Festwagen. Erster Gewinner des Pokals war der Schwimmverein.

Schützenfest

Schützenfest
Pokalübergabe an den Schwimmverein

2003-2004

Die Jahre 2003 und 2004 standen nun wiederum im Zeichen des Um- und Ausbaus der Schützenhalle. Unter Leitung der Sportschützen wurde in der Schützenhalle ein Auswertraum gebaut. Nun können die aufsichthabenden Schützen jederzeit auf Schießveranstaltungen des Vereins mit Ruhe und mit Unterstützung neuester Technologien wie der EDV oder einer Auswertmaschine objektiv und gerecht auswerten. Außerdem wurde an die Schützenhalle eine Garagenhalle angebaut, in der nun alle für das Schützenfest notwendigen Utensilien wie Kutsche, Königswagen oder Verkehrsschilder und Absperrpfähle sicher verstaut werden können. Zudem wurde der KK-Stand, dessen Wand nach einem Baggerunfall eingestürzt war, mit einer neuen Wand aus Betonelementen versehen und wieder für Schießwettbewerbe hergerichtet.

2004

Seit 2004 besteht nun eine Partnerschaft mit dem Schützenverein aus Vrees. Dies bedeutet, dass die Vreeser Schützen mitsamt ihres Königs und Hofstaat am Pfingstmontag am Umzug in Lindern teilnehmen. Die Linderner Schützen wiederum nehmen ab sofort in jedem Jahr mit einer starken Abordnung am Schützenumzug des Vreeser Schützenfestes teil.

2005

Das Jubeljahr 2005 war, wie es der Name bereits verrät, geprägt durch das Jubiläumsschützenfest des Schützenvereins der Gemeinde Lindern zum hundertjährigen Bestehen des Vereins. Der Verein zählte im Jubiläumsjahr 1002 Mitglieder, davon 253 Schützenschwestern. Den Auftakt zu diesem Festjahr bildete ein Jubiläumspokalschießen vom 03. - 10.03.2005 in der Schützenhalle. Der Höhepunkt dieses Festjahres war jedoch eindeutig das Jubiläumsschützenfest “100 Jahre Schützenverein der Gemeinde Lindern e.V.”.

Nachdem die Linderner Schützen in den Jahren zuvor zum Beispiel die Jubiläumsschützenfeste in Bockholte, Ermke, Essen, Garen - Marren, Lahn, Löningen, Vrees, Wachtum und Werlte besucht hatten, wurden am Jubiläumsmarsch des Pfingstmontag 2005 ca. 25 befreundete Vereine aus der näheren Umgebung, Vertreter des Oldenburger Schützenbundes, des Nordwestdeutschen Schützenbundes und zehn Musikkapellen erwartet.

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