Die Originale zur Vereinschronik

Das Vereinsarchiv

Vom handschriftlichen Gründungsprotokoll 1905 bis zum Zeitungsbericht von 1993: Hier liegen alle 12 erhaltenen Originaldokumente aus 120 Jahren Vereinsgeschichte — jedes groß zoombar, jedes mit seiner Geschichte. Die Chronik erzählt, das Archiv bewahrt.

Das Gründungsprotokoll (1905)

1905

Das Gründungsprotokoll

Das handschriftliche Protokoll der Gründungsversammlung vom 24. Mai 1905 in der Gaststätte Jos. Berssenbrügge — fünfundvierzig Männer kamen, gewählt wurden Anton Dröge (Erster Vorsitzender), Heinrich Schewe (Schriftführer) und Anton Framme (Kassierer). Das älteste Dokument des Vereins.

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Das Kassenbuch von 1910 (1910)

1910

Das Kassenbuch von 1910

Der älteste erhaltene Kassenabschluss des Vereins, handgeschrieben mit Feder und Tinte. Die Einnahmenseite verrät, wie das junge Schützenfest aussah: Tanzkarten, Standgeld für Bäcker, Karussell und Schießbude. Auf der Ausgabenseite stehen 180 Mark für die Musikkapelle — und 50 Mark für „Sr. Majestät d. König“.

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Die Rechnung für die Kinderbelustigung (1922)

1922

Die Rechnung für die Kinderbelustigung

541 Mark für „diverse Artikel für Kinderbelustigung“ — ausgestellt vom Linderner Geschäft J. H. Dröge, Manufaktur-, Kurz- und Kolonialwaren, Fernsprecher No. 2. Als Preise erhielten die Kinder damals Griffel, Halsketten, Kreisel, Flöten, Mundharmonikas und Taschenmesser.

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Die Fahnenbestellung — zahlbar in Lebensmitteln (1923)

1923

Die Fahnenbestellung — zahlbar in Lebensmitteln

„Zahlbar: in Lebensmitteln. Lieferbar: März 1923.“

Mitten in der Hyperinflation bestellte der Verein bei der Hildesheimer Fahnenfabrik A. Dreyer eine seidene Vereinsfahne: Vorderseite grüne Seide mit Oldenburger Wappen, Rückseite rot mit Schützenscheibe. Das bemerkenswerteste Detail steht unten im Formular — Zahlbar: „in Lebensmitteln“. Geld war im Februar 1923 nichts mehr wert.

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Der Millionen-Kassenabschluss (1923)

1923

Der Millionen-Kassenabschluss

Die Inflation im Vereinsbuch: 231 Mitglieder zahlten je 500 Mark Beitrag, die Jahresrechnung schließt mit über einer Million Mark — 1.027.752,41, säuberlich von Hand summiert. Geprüft und „für richtig befunden“ von Jos. Berssenbrügge und Heinr. Lübbers.

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Die Tanzerlaubnis vom Amt (1924)

1924

Die Tanzerlaubnis vom Amt

„… unter der Bedingung, daß Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahre der Zutritt zur Tanzerei verwehrt bleibt.“

Tanzen war genehmigungspflichtig: Das Amt Cloppenburg erlaubte dem Schützenverein am 6. Juni 1924 eine „Tanzgesellschaft“ für den 9. und 10. Juni — bis zwei Uhr und unter der Bedingung, dass Jugendliche unter 18 Jahren der Zutritt „zur Tanzerei“ verwehrt bleibt. Darunter rechnet das Amt die Vergnügungssteuer ab: 169 Mark.

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Das Protokoll von August Fasel (1924)

1924

Das Protokoll von August Fasel

Protokoll der Schützenversammlung aus dem Jahre 1924, verfasst vom Schriftführer August Fasel — in der akkuraten Handschrift eines Mannes, der das Amt von 1922 bis 1928 führte. Eines der wenigen erhaltenen Versammlungsprotokolle der Zwischenkriegszeit.

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Der Gutschein zum Platzkauf (1932)

1932

Der Gutschein zum Platzkauf

1932 kaufte der Verein den Schützenplatz für 1.200 Reichsmark — finanziert über zinslose Gutscheine zu zehn und zwanzig Reichsmark, die in Lindern ausgegeben und Jahr für Jahr aus dem Überschuss des Schützenfestes zurückgezahlt wurden. Das ganze Dorf hat den Platz mitbezahlt.

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„Nach 50 Jahren wieder auf dem Thron“ (1959)

1959

„Nach 50 Jahren wieder auf dem Thron“

„Im Jahre 1909 bestieg SM König Johann Janzen zum ersten Male den Thron, den er nun im Jahre 1959 nochmals in Besitz nehmen konnte.“

Die Münsterländische Tageszeitung über eine Sensation: Johann Janzen, Schützenkönig von 1909, holte sich 1959 — fünfzig Jahre später — die Königswürde erneut. Sein Sohn Bernd hatte die Würde wenige Jahre zuvor ebenfalls getragen. Der Artikel belegt damit eine der erstaunlichsten Lebenslinien des Vereins.

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„Es war wieder ein prächtiges Schützenfest“ (1964)

1964

„Es war wieder ein prächtiges Schützenfest“

König Heinrich Grotjann aus Osterlindern mit Gemahlin Maria, „endlose Wagenreihe in allerbester Stimmung“, Wecken um 6 Uhr durch Böllerschüsse und Frühschoppen „bei Onkel Heini“ bis zur Mittagsstunde — ein Zeitungsbericht, der das Schützenfest der Sechziger lebendig macht.

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Der Adler, der seine Holzfedern lassen muss (1977)

1977

Der Adler, der seine Holzfedern lassen muss

„Der 1. Vorsitzende Josef Gardewin stellt sich mit dem Königsadler vor, der am kommenden Samstag die Holzfedern lassen muß.“

Der 1. Vorsitzende Josef Gardewin präsentiert der Presse den neuen Königsadler — „der am kommenden Samstag die Holzfedern lassen muß“. Der Artikel beschreibt das Ritual, wie es bis heute gilt: Königsschießen mit der Armbrust, Kinderkönigsschießen auf dem Luftgewehrstand, danach Tanz im Festzelt.

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Antreten auf dem neuen Marktplatz (1993)

1993

Antreten auf dem neuen Marktplatz

Die Schützen auf dem neugestalteten Linderner Marktplatz — Proklamation, Beförderungen, Ehrungen. Die Bildunterschrift dokumentiert auch die Folge des schweren Unfalls von Varbrügge im selben Jahr: „Nach dem schweren Verkehrsunfall wurden alle Traktoren mit normalen Anhängern vom Platz verbannt.“

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Die Originale wurden über Jahrzehnte von Wilhelm Kock gesammelt und für die Chronik zum 100-jährigen Bestehen (1905–2005) zusammengetragen. Wo ein Dokument in die Vereinsgeschichte gehört, zeigt die Vereinschronik — dort verweisen die Einträge zurück hierher ins Archiv.

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